Geschichte des Musikvereins



Liste der bisherigen Ersten Vorsitzenden des Musikvereins

Liste der bisherigen Dirigenten des Musikvereins

Ehrenmitglieder des Musikvereins



1. Gründung und erste Jahre (1906-1946)


Am 06.02.1906 taten sich 12 Mitglieder des damals bestehenden Kriegervereins zusammen und begannen gemeinsam zu musizieren. Die Hauptaufgabe sah die kleine Gruppe zunächst nur darin, an Heldengedenktagen, Jubiläumsfeiern und beim Tode eines Kriegsveteranen der Gedenk- und Totenfeier einen würdigen musikalischen Rahmen zu geben - aber auch zu Stunden des Frohsinns und der Freude wurde musiziert.

Im Jahre 1908 gründeten die Mitglieder dann im Gasthaus Hein den Musikverein Eintracht Zewen, da eine Nachwuchsförderung innerhalb des Kriegervereins nicht möglich war; nun konnten auch Zivilisten dem Verein beitreten. Im Jahre 1910 übernahm Dirigent Jakob Kranz den Dirigentenstab von Dirigent Grahneis, und behielt ihn bis zum Ersten Weltkrieg 1914.


Das älteste Foto des Vereins von 1910Vereinsfoto von 1923Vereinsfoto von 1930


Nach den Wunden des Ersten Weltkriegs fand sich der Verein unter dem Vorsitz von Lorenz Bösen, der den Verein von 1910 bis zu seinem Tod 1944 kontinuierlich leitete, wieder zusammen und erreichte in den 20er und 30er Jahren trotz schwieriger wirtschaftlicher Verhältnisse unter den Dirigenten Rapp (1919-1920), Schieben (1920-1928) und Ketner (1928-1933) erste Höhepunkte. Am 20.06.1926 fand das erste Verbandsfest des Verbandes der Musikvereine im Regierungsbezirk Trier statt, bei denen Zewen von 1927 bis 1930 verschiedene erste und zweite Preise erringen konnte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 war dann an ein normales Vereinsleben nicht mehr zu denken. 12 Musiker des Musikvereins Zewen waren dann aktiv bei der Bahnpolizeikapelle Trier aktiv.


2. Wiederaufbau und Wiederherstellung (1948-1963)


In der Nachkriegszeit verboten die Siegermächte sämtliche Vereinsarbeit. In Zewen wäre eine Vereinsarbeit allerdings zu diesem Zeitpunkt auch kaum möglich gewesen. Das tägliche Überleben sowie später der Wiederaufbau des zerstörten Ortes hatte vordringliche Priorität. Erst nach und nach besserte sich die Situation, und nach der Gründung des Landes Rheinland-Pfalz im Jahre 1948 war auch eine offizielle Vereinstätigkeit wieder möglich. Unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Klaus Klink und des Dirigenten Herr Ketner baute man ein neues Orchester auf.

1950 übergab Ketner den Dirigentenstab an Konrad Weitzel, Stabsmusiker a.D., unter dessen Leitung in den Jahren 1950-1953 die erste Jugendgruppe ausgebildet werden konnte.


Erstkommunion (1949)Platzkonzert in Burg (1950)Platzkonzert in Burg (1950)Bei einer Gedenkfeier für die Toten des Kenner Unglücks (nach 1951)Bei einer Gedenkfeier für die Toten des Kenner Unglücks (nach 1951)Dirigent Konrad Weitzel (1950-1953)Jugendgruppe unter Dirigent Weitzel (vor 1953)Umzug/Prozession durch Zewen (nach 1953)Umzug/Prozession durch Zewen (nach 1953)Umzug/Prozession durch Zewen (nach 1953)Ständchen zum Weißen Sonntag vor der alten Schule (Anfang der 1960er)Geburtstagsständchen vor dem Gasthaus Steinbach ('Fritten Mutti')Beim Kriegerdenkmal auf dem Friedhof (Anfang der 1960er)Fronleichnamsprozession (Anfang der 1960er)Fronleichnamsprozession (Anfang der 1960er)Auftritt beim 75-jährigen Jubiläum des Gesangvereins Zewen (1963)Auftritt beim 75-jährigen Jubiläum des Gesangvereins Zewen (1963)Auftritt beim 75-jährigen Jubiläum des Gesangvereins Zewen (1963)Jugendgruppe bei einer Freizeit (ca. 1962/63)Gruppenbild vor der Kirche (Anfang der 1960er)


Nach Weitzel folgten etwa 10 Jahre, in denen nach Orientierung gesucht wurde. So gab es bis 1961 vier erste Vorsitzende und drei Dirigenten. Der Verein kam zwar seinen Verpflichtungen im Ort nach und besuchte auch die Musikfeste der Nachbarvereine, doch wurde zunehmend eine musikalische Weiterentwicklung vermisst. Selbst feste Programmpunkte wie das Spielen am Weißen Sonntag vor der „alten Schule“, nur mit Gastmusikern möglich. Teilweise spielten nur acht bis zehn Musiker bei Auftritten.


3. Generationswechsel (1963-1979)


Anfang der 60er Jahre kam die Wende mit der Wahl von Reinhold Zimmer als 1. Vorsitzenden (1961) und der Verpflichtung von Fritz Adrian als Dirigenten (1963). Eine intensive Jugendarbeit sorgte für neue Impulse und die Teilnahme an Wertungsspielen zwangen zu intensiver Probenarbeit. Durch eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit, etwa der Ausrichtung mehrerer Musikfeste (im Zelt auf dem alten Sportplatz) zwischen 1962 und 1966, gewann der Verein zunehmend Rückhalt in der Bevölkerung. Ebenso wurde - oft gegen den Widerstand der älteren Generation - sich zunehmend auch modernerer Literatur zugewendet. Dieser Trend setzte sich unter den Nachfolgern von Reinhold Zimmer ab 1968 fort.


Vereinsfoto von 1966Fußballspiel gegen den Männergesangsverein (1966)60-jähriges Stiftungsfest im Festzelt auf dem Alten Sportplatz (1966)Gemeinsames Konzert vor der alten Schule mit dem Jugendgitarrenchor unter Matthias WehlenJugendorchester mit ersten Musikerinnen (Ende der 1960er)Vereinsfoto von 1972 mit Jubilaren und JungmusikernJubilare (1972)Werbekonzert der Binding-Brauerei an der Zewener Kirmes (1973)Einweihung der Konrad-Adenauer-Brücke (1973)Ausflug zum 'Tag der offenen Tür', Unteroffiziersheim Daun (1975)Weihnachtskonzert im Gasthaus Zimmer (1975)Weihnachtskonzert im Gasthaus Zimmer (1975)Weihnachtskonzert im Gasthaus Zimmer (1975)Weihnachtskonzert im Gasthaus Zimmer (1975)Weihnachtskonzert im Gasthaus Zimmer (1975)Vereinsfoto von 1976Weihnachtskonzert im Gasthaus Zimmer (1976)Besuch durch die Jugendkapelle Wangen (1977)Aktivenfahrt nach Wangen (1978)Verabschiedung von Oberbürgermeister Wagner (1979)


Im Jahre 1971 wurde die erste Satzung des Vereins verabschiedet. Im selben Jahr gab Dirigent Adrian ein Orchester mit 24 aktiven Musikern und 17 Jungmusikern (UND Jungmusikerinnen!) an Dirigent Manfred Ostermann weiter, der dessen Arbeit kontinuierlich fortsetzte. Auch vor erlesenem und prominenten Publikum trat der Verein nun auf, etwa bei der Einweihung der Konrad-Adenauer-Brücke 1973, bei diversen Auftritten bei Rheinland-Pfalz-Tagen, bei der Eröffnung der Moselland-Ausstellung und natürlich bei vielen Konzerten der Stadt. 1976 konnte der Verein sein 70-jähriges Bestehen feiern, zum letzten Mal übrigens auf dem alten Sportplatz.

Da im alten Probensaal, dem Saal des Gasthauses Zimmer, ein aktiver Probendienst nicht mehr möglich war, bauten in einer privaten Bürgerinitiative der Musikverein, der Gesangsverein Cäcilia sowie der Ortsverein des DRK ein eigenes Vereinshaus; die Stadt Trier stellte das Grundstück und das aus Fertigteilen bestehende Gebäude zur Verfügung. Am 23.09.1979 wurde das "Pavillon" eingeweiht.


4. Neues Heim, neue Ziele (1979-1989)


1979 bildete sich eine neue, recht große Jugendgruppe, die sich im neuen Domizil, dem Pavillon, sofort heimisch fühlte; eine große Gruppe, die nahezu gemeinsam mit dem musizieren anfing und schnell zu einer musikalischen Gemeinschaft wuchs. Diese Jugendgruppe bildet das Gerüst des heutigen Musikvereins.


Vereinsfoto von 1981Vereinsjugend 1981Jugendfahrt nach Lindau am Bodensee (1982)Eröffnung der Mosellandaustellung (1983)Weinfest Olewig & Südwestfunk Bläserparty (1984)Vereinsfoto von 1986Vereinsjugend 198680-jähriges Stiftungsfest (1986)Vereinsfahrt nach West-Berlin (1987)Adventsfeier & Vereinsehrungen (1989)


Das Problem der Unterbringung war nach dem Bau des Pavillon gelöst, aber dort konnte man schwerlich große Konzerte stattfinden lassen, vor allem nicht mit der wachsenden Zahl von Aktiven durch das neue Jugendorchester. Die neue Turn- und Mehrzweckhalle in Zewen bot sich als neuer Konzertraum aber an. 1980 wurde dort das erste Mal ein größeres Konzert gespielt. 1986 legte Manfred Ostermann nach 15 Jahren den Taktstock nieder; kein anderer Dirigent vor oder nach ihm hat diese lange Zeit bisher erreicht. Ihm folgte für drei Jahre Werner Reis. In die achtziger Jahre fielen auch die ersten größeren Konzertreisen: 1985 nach Burgberg im Allgäu und 1987 nach Berlin.


5. Aufbruch in die Zukunft (1989 - 2000)


Dirigent Stöckl setzte ganz andere und neue Maßstäbe und erarbeitete bis zum Ende des Jahrtausends ein hohes Niveau in der musikalischen Qualität. Mehrere Konzerte innerhalb von kurzer Zeit und mehrere große Vereinsfahrten bis nach Portugal seien hierfür ein Hinweis.


Weihnachtskonzert (1990)Mitwirkung beim 'Bettelstudent' im Stadttheater (Spielzeit 1990/91)Eröffnung der Mosellandaustellung (1991)Vereinsfoto von 1996Vereinsjugend 1996Vereinsfahrt nach Dijon / Frankreich (1996)Konzert zur Eröffnung des Schloss Monaise (1997)Vereinsfahrt nach Portugal (1997)Festumzug '900 Jahre Zewen' (1998)Vereinsfahrt nach Berlin (1999)


Zum historischen Jahreswechsel 1999/2000 stand der Musikverein musikalisch und innerlich gefestigt da.


6. 100 Jahre und kein Ende in Sicht (2001 - heute)


2006 war für den Musikverein ein denkwürdiges Jahr: Der Verein feierte seinen 100. Geburtstag. Zuvor gab es mehrere Dirigentenwechsel: Im Jahre 2000 wurde für fast vier Jahre der damalige Jugenddirigent Martin Görg Dirigent des MV. Seit 2004 wird das Orchester nun von Georgi Sekeyra geleitet.

Stärker als zuvor wurde nunmehr der Charakter der regelmäßigen Sommerkonzerte betont, welche seit dem 2006er Jubiläumskonzert fast jedes Jahr stattfanden.

Die 2000er Jahre waren auch die Zeit eines erneut starken Jugendorchesters. Zählt man Flötenkinder und Instrumentalanfänger hinzu, waren im Jahre 2005 über 50 Kinder im Musikverein in der Ausbildung. Noch heute prägen viele dieser Generation den Verein, teils bereits im Vorstand. Und seit 2010 ist wieder eine neue Generation an Jugendlichen herangewachsen, die auch bereits im Gesamtorchester mitspielen.


Vereinsfoto von 2001Vereinsjugend 2002Auftritt des Jugendorchesters an der Porta Nigra (2003)Dirigentenwechsel (2004)Auftritt auf der Landesgartenschau Trier (2004)Probewochenende der Vereinsjugend (2005)Vereinsfoto von 2006Vereinsjugend 2006Rheinland-Pfalz-Tag in Speyer (2006)100. Vereinsjubiläum - Verleihung der 'Pro-Musica'-Plakette (2006)Vereinsjugend 2007Vereinsfoto von 2008Vereinsfoto von 2009Vereinsfoto von 2010Vereinsjugend 2010Vereinsfoto von 2011 (auf der Bundesgartenschau in Koblenz)Vereinsjugend 2011Vereinsfahrt nach Sachsen & Thüringen (2011)Vereinsfoto von 2012Vereinsjugend 2012Auftritt des Jugendorchesters auf dem Schulfest zum 60-jährigen Schuljubiläum (2012)Auftritt auf dem Winzerfest in Mehring (2012)Vereinsfoto von 2013Vereinsjugend 2013Rheinland-Pfalz-Tag in Neuwied (2014)Vereinsfoto von 2015Vereinsfahrt nach Pilsen & Prag / Tschechien (2015)Probewochenende der Vereinsjugend (2016)110. Vereinsjubiläum - Verleihung des 'Wappenschildes des Landes Rheinland-Pfalz' (2016)Vereinsfoto von 2017


Heute, nach 110 Jahren, kann der Verein zufrieden auf das Geleistete zurückschauen. Jedoch, niemals wird die Zeit stehenbleiben. Was wird die Zukunft bringen? Fakt ist: Geschichte schreibt sich nicht selbst, sondern wird von Menschen geschrieben. Und zwar Wort für Wort durch das Engagement der Musiker, der inaktiven Helfer, des Publikums und letztlich der Eltern unserer zukünftigen Musiker. Uns allen bleibt es überlassen, der Geschichte des Vereins neue Seiten hinzuzufügen.